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Das Weindorf
Stadtteil mit Kultur und Lebensqualität
Die wirtschaftlichen Ursprünge Ebersheims liegen im Weinbau. Mit 120 Hektar verfügt die Ebersheimer Gemarkung heute allein über mehr als die Hälfte der bestockten Rebfläche von Mainz. Den Ebersheimer Winzerinnen und Winzer ist es in den vergangenen Jahren gelungen, ein modernes und frisches Profil aufzubauen. An den Ebersheimer Weinbaubetrieben führt in der Stadt und in Rheinhessen kein Weg mehr vorbei. Viele aktuellen Informationen gibt es hier.
Fluglärm
Diskussion um neue Flugrouten
Nach der Eröffnung der neuen Landesbahn des Frankfurter Flughafens im Oktober 2011 wird in Rheinhessen intensiv über den damit verbundenen Fluglärm diskutiert. Im Endausbau werden besonders Lörzweiler und Mommenheim, aber auch Harxheim sowohl von landenden als auch von startenden Flugzeugen überflogen. Aber auch Ebersheim, Nackenheim, Harxheim, Ober-Olm und Wackerheim werden dann stark betroffen sein. Viele aktuellen Informationen gibt es hier.
12. Oktober 2011
Hoffnung: Gericht stoppt Nachtflüge am Flughafen
Zwischen 23 und 5 Uhr dürfen am Frankfurter Flughafen vorerst keine Flüge mehr starten und landen. Das hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof entschieden. Ein Rechtsmittel gegen diese Entscheidungen im Rahmen des vorläufigen Rechtsschutzes besteht nicht
Bisher gelten in der Nacht Ausnahmeregelungen. Das Nachtflugverbot gilt ab Ende Oktober, wenn die neue Landebahn am Frankfurter Flughafen in Betrieb genommen wird.
Durch die Inbetriebnahme der neuen Landebahn am 21. Oktober 2011 wird auch Mainz-Ebersheim voraussichtlich stark vom Fluglärm betroffen sein. Die Entscheidung aus Kassel macht Hoffnung, dass die Nachtruhe durch die startenden Flugzeuge auch im südlichsten Mainzer Ortsteil zumindest teilweise geschützt wird.
Das jetzt verhängte Nachtflugverbot ist allerdings nur vorläufig. Eiine endgültige Entscheidung wird Anfang 2012 vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig getroffen werden.
Dementsprechend fielen die Reaktionen in Mainz auch verhalten aus. So Friedrich Herzer von der Gesellschaft für humane Luftfahrt Mainz in der AZ. "Nun bin ich mir fast sicher, dass auch das Bundesverwaltungsgericht Nachtflüge verbietet. Aber eben nicht ganz." Zudem seien "außerplanmäßige" Nachtflüge ja immer noch möglich. "Da müssen wir sehr genau nachhaken." Andere Fluglärmexperten problematisieren, dass das derzeitige Flugverbot nur für die "Mediationsnacht" von 23 bis 5 Uhr gelte. "Die Nacht dauert länger als von 23 bis 5 Uhr", so Heino Schwarz vom Arbeitskreis Fluglärm Hechtsheim ebenfalls in der AZ.
Sonder-Themenseite zum Thema Flugrouten und Fluglärm in Ebersheim
Die DFS Deutsche Flugsicherung hat am 18. August erstmals Karten zu den neuen Abflugrouten veröffentlich.
Weitere Nachrichten zum Fluglärm
10. August 2011
Flughafenausbau: BAF genehmigt Südumfliegung
Das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) in Langen hat die neuen Flugrouten für den Frankfurter Flughafen genehmigt. Diese sogenannte Südumfliegung soll ab dem 21. Oktober 2011 in Kraft treten. Geflogen wird bei Westwind (75 % des Jahres) zunächst auf der Route 5, die nördlich von Ebersheim in Richtung Hechtsheim liegt. Diese Route wird so lange genutzt, bis in Rheinhessen ein neues Funkfeuer errichtet ist. Ab dann wird die Route 13, MASIR (kurz+nacht) benutzt. Sie verläuft über Nierstein, zwischen Lörzweiler und Mommenheim, Ober-Olm und überquert den Rhein bei Wackernheim. Betroffen sein wird auch Ebersheim, der südlichste Mainzer Vorort.
In den Stoßzeiten wird die Route alle drei Minuten überflogen bei einer Höhe von ca. 1800 Metern. Insgesamt werden die neuen Routen anfangs von zirka 100 bis 120 Maschinen am Tag genutzt, in den kommenden Jahren wird sich diese Zahl deutlich erhöhen.
Die Entscheidung über die neuen Flugrouten sollte ursprünglich im Juli erfolgen, war dann aber noch einmal verschoben worden. Grundlage für die Entscheidung war eine Empfehlung der Fluglärmkommission. Diese hatte im März mit den Stimmen der Stadt Mainz der jetzt genehmigten Südumfliegung zugestimmt.
12. Mai 2011
Fluglärmmessstation: Ebersheim will es wissen
In den Zeitungen war es zu lesen: Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat mehrere Routen für die Südumfliegung beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) beantragt hat. Die Variante 5 zwischen Hechtsheim und Ebersheim soll bis zur Einrichtung eines Flugfeuers in Rheinhessen beflogen werden. Danach sollen die Flugzeuge teilweise die Variante 7 und den Südwestarm der Variante 13 nutzen.
Bei dieser Konstellation würden im Endausbau besonders Lörzweiler und Mommenheim, aber auch Harxheim sowohl von landenden (da in unmittelbarer Nähe zum Gegenanflug nicht nur eindrehende Flugzeuge) als auch von startenden Flugzeugen (tags und nachts) überflogen. Aber auch Nackenheim, Harxheim, Ebersheim, Ober-Olm und Wackerheim sind dann stark betroffen.
Vor diesem Hintergrund ist es gut, dass es jetzt in Mainz-Ebersheim eine Fluglärmmessstation gibt. Diese wurde in einer Eigeninitiative der Grünen Ebersheim durch Herrn Matthias Gill in der Katharina-Friederich-Str. bei Herrn Joachim Vorschneider errichtet. An den Kosten beteiligt haben sich Ortsvorsteher Helgi Schwedass und die ortsansässigen Parteien.
Die gemessenen Daten werden mit einer Stunde Verzögerung auf dem Server des deutschen Fluglärmmessdienst (DFLD) gespeichert und sind für jedermann unter www.dfld.de abrufbar.
18. März 2011
Entscheidung: Flugsicherung entscheidet sich für Variante 7
Die Fluglärmkommission hatte ihre Beratung zu den Streckenvorschlägen zum Flughafenausbau in der vergangenen Woche abgeschlossen. Die DFS Deutsche Flugsicherung GmbH hatte daraufhin mit der Bewertung der einzelnen Streckenvorschläge begonnen und die Empfehlungen der Kommission in ihre eigene Abwägung aufgenommen. Das Ergebnis steht nun fest.
Flugzeuge auf dem Weg nach Norden und Westen sollen nach dem Start in Frankfurt künftig eine weite Südkurve fliegen.
15. März 2011
Flugrouten: Lärmteppich von über 60 Dezibel rollt auf Mainz-Ebersheim zu
Die Fluglärmkommission Frankfurt hat sich am am 9. März 2011mehrheitlich für eine Variante der sogenannten Südumfliegung ausgesprochen. Die Flugzeuge sollen ab Oktober den Flughafen in einer weiten Südkurve umfliegen. Vorgeschlagen werden soll die sogenannte Variante 7. Nach Ansicht der Fluglärmkommission ist dies die am wenigsten belastende Streckenführung. Die Fluglärmkommission hat beratende Funktion und ihr gehören unter anderem der Flughafenbetreiber Fraport, die Lufthansa, die hessische Landesregierung, Gemeinden rund um den Flughafen sowie die Stadt Mainz an. Der Beschluss der Fluglärmkommission wird nun der Deutschen Flugsicherung (DFS) übermittelt. Diese legt sie anschließend dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) zur Genehmigung vor.
Mit ihrem Beschluss weicht die Fluglärmkommission von der ursprünglich im Planfeststellungsbeschluss gewählten Variante ab. Bei der Variante 7 seien weniger Menschen einem Lärm von über 60 Dezibel ausgesetzt als bei fast allen anderen zuvor geprüften Varianten, so Kommissions-Sprecherin Regine Barth in Medienberichten. Seien etwa bei der ursprünglich vorgesehene Route rund 23000 Menschen betroffen, seien dies nunmehr 21000.
Besonders betroffen von der vorgeschlagenen Variante wird Ebersheim sein. Der Mainzer Vorort wird danach vom Fluglärm ebenso wie Nackenheim, Bodenheim, Klein-Winternheim, Ober-Olm und Wackernheim außerordentlich stark belastet werden, und das an 365 Tagen und – falls das Nachtflugverbot fällt- rund um die Uhr.
25. Februar 2011
Fluglärmdemo: Ebersheimer gehen auf die Straße
Sie kamen aus allen Richtungen zur Fluglärmdemo. Bürgerinnen und Bürger, Politiker sowie Fluglärminitiativen aus Bodenheim, Nackenheim, Lörzweiler, Harxheim, Gau-Bischofsheim, Mommenheim, Nierstein, Heidesheim, Wackernheim, Mainz und vielen anderen Orten und Stadteilen zeigten, dass sie mit den Plänen der Fraport und der DFS nicht einverstanden sind.
Auch viele Ebersheimerinnen und Ebersheimer gingen auf die Straße. Angeführt vom stellvertretenden Ortsvorsteher Dr. Günter Zimmer sowie dem früheren Ortsvorsteher Rainer Emrich machten die Ebersheimer deutlich, dass sie den zu erwartenden Lärmteppich ab Oktober nicht einfach so hinnehmen wollen.
Bei der fast einstündigen Abschlusskundgebungvor dem Theater bekräftigen die Rednerinnen und Redner noch einmal deutlich die Forderung nach einem absoluten Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sowie nach lärmärmeren An- und Abflugverfahren. Gefordert wurde auch eine fairere Verteilung des Restlärms. Nachdrücklich formuliert wurde die Angst vor Gesundheitsgefährdungen durch den Fluglärm. Der Mediziner Prof. Dr. Thomas Münzel stellte Studienergebnisse vor, nach denen durch Fluglärm das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko signifikant steigt. Die Deutsche Flugsicherung dürfe nicht darüber entscheiden, wer künftig mehr Infarkte und Schlaganfälle bekommt, machte Prof. Münzel in seiner Rede deutlich.
29. Januar 2011
Mehr Fluglärm: Ebersheimer hätten es wissen müssen!?
In neun Monaten ist es soweit. Dann wird auch der letzte Ebersheimer Bürger aufwachen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Vorbei ist es nämlich dann mit der ruhigen Nacht. Vorbei ist es auch mit dem geruhsamen Grillen am Wochenende oder mit der erholsamen Fahrradtour rund um das beschauliche Weindorf in der Stadt. Sorgen für diese grundlegende Veränderung der Lebensqualität wird der Ausbau des Frankfurter Flughafens und der neue Flugplan ab Oktober 2011.
Eine Vertreterin der Stadtverwaltung hat am vergangen Donnerstag im Ortsbeirat in einem sachkundig aufbereiteten Vortrag vorgestellt, wie die neuen Flugrouten konkret über Ebersheim verlaufen werden, welche Flugbewegungen zu erwarten sind und wie der Ort vom Fluglärm betroffen sein wird. Am Ende des Vortrages stand fest, dass die Ebersheimer Bürgerinnen und Bürger mit erheblichen Lärmbelästigungen zur rechnen haben, und zwar zukünftig auch nachts und bei Westwind (75 % des Jahres). 45 Dezibel im Mittel und damit deutlich höhere Lärmspitzen sollen dabei insbesondere durch startende Flugzeuge am Tag und in der Nacht entstehen. Landeanflüge bei Ostwind werden den Lärm dann abrunden. Damit aber nicht genug. Dies genannten Zahlen beziehen sich möglicherweise auf einem nicht mehr aktuellem Kenntnisstand. Es ist gut möglich, dass sie nach den neuen Planungen der Flugkommission nach oben korrigiert werden müssen.
Willkommen im Club – werden sicher jetzt einige Mainzer aus den bisher schon stark vom Fluglärm belasteten Ortsteilen denken. Für manche Besucherinnen und Besucher der Sitzung wirkte der im Ortsbeirat aufgezeigte Blick in die nahe Zukunft allerdings wie ein schlechter Traum.
6. Oktober 2010
Flughafenausbau: Mehr Fluglärm in Ebersheim?
Bodenheim, Lörzweiler, Harxheim, Laubenheim, Lerchenberg, Hechtsheim – überall dort gibt es Diskussionen und Resolutionen zum Ausbau des Frankfurter Flughafens und zu den damit verbundenen Folgen für Rheinhessen.
Hintergrund: Durch die neue Landebahn im Norden des heutigen Flughafengeländes wird sich die Kapazität der möglichen Flugbewegungen deutlich erhöhen. Nach Informationen der "Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen" finden derzeit ca. 450.000 Flugbewegungen statt, zukünftig sollen es 650.000 bis 750.000 Flugbewegungen sein.
Diese Planungen haben nach Auskunft der Flugsicherung (DFS) erhebliche Auswirkungen auf die An- und Abflugrouten. Mit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn zum Winterflugplan 2011 soll die bisherige direkte Linie über den Taunus nur noch selten genutzt werden. Damit würden Regionen in Hessen entlastet. Stattdessen nehmen abfliegende Maschinen aus Sicherheitsgründen eine Südroute über Ober-Olm, Lerchenberg, Drais, Finthen und Gonsenheim.
Vor diesem Hintergrund verwundert nicht, dass es in den betroffenen Orten zu intensiven Diskussionen gekommen ist. Ein Grund hiefür sind sicher die auch von MdB Michael Hartmann in einem Artikel der AZ geäußerten Befürchtungen, dass negative Einflüssen auf den Wert von Grundstücken und Wohneigentum nicht aus blieben und weiterhin Kapitalanlagen sowie Altersvorsorgen gefährdet würden. Konkret hat die "Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen" die Folgen der neuen Routen wie folgt zusammengefasst:
- Spitzenlärmpegel von über 80 Dezibel (ab 85 db ist Gehörschutz im Gewerbe vorgeschrieben)
- Eine Nachtflugerlaubis bringt den Lärm in die Nacht.
- Keine Lärmvermeidungsstrategien von DFS und Fraport vorgesehen.
- Massive gesundheitliche Gefährdung durch den Fluglärm.
Gefordert werden deshalb die Abkehr vom derzeit verfolgten Grundsatz "Mehr Lärm für Wenige" und die Rückkehr zu "Alle mit weniger Lärm" (so z.B. Resolution in Bodenheim). Neben dieser gerechteren Verteilung von Lärm gibt es weiterhin die Forderung, dass alle technischen Möglichkeiten genutzt werden, um lärmärmere An- und Abflugverfahren zu ermöglichen. Auch eine qualifizierte Informationspolitik wird angemahnt: Bei Neubauvorhaben oder Renovierungen wäre es z.B. wichtig zu wissen, ob spezielle Lärmschutzfenster eingebaut werden sollen oder nicht.
Welche Auswirkungen hat der Flughafenausbau für Ebersheim?
Heute ist der südlichste Ortsteil von Mainz durch landende Flugzeuge bei Ostwind betroffen. 25% des Jahres herrscht diese Wetterlage und die Belastungen für den Ort sind vertretbar.
Auf der Internetseite der "Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen" finden sich jetzt aber Karten, auf denen neue Abflugrouten über Ebersheim eingezeichnet sind. Wenn diese Karten stimmen würden, könnte es mit dem ruhigen Weindorf in der Stadt vorbei sein. Zukünftig könnte Ebersheim bei Westwind (75 % des Jahres) von einer großen Anzahl startenden Flugzeugen überflogen werden. In Harxheim geht Verbandbürgermeister Dr. Robert Scheurer (CDU) nach Presseberichten davon aus, dass sich durch die Veränderung der Abflugrouten der Fluglärm von tief fliegenden Fliegern über der Gemeinde verfünffachen wird. "Die Maschinen sollen tief gehalten werden. Steilere Starts werden nicht gemacht, weil die Flugzeuge unter dem Gegenanflug durch müssen", so der Mainzer Dezernent Wolfgang Reichel von wenigen Wochen nach einer Sitzung der Fluglärmkommission.
Ob der möglicherweise zu erwartende Fluglärm in Ebersheim ein ernstes Thema in der Bevölkerung oder in der Politik wird, ist schwer zu sagen. Derzeit sind nur wenige Ebersheimerinnen und Ebersheimer besorgt und es sollen auch keine unbegründeten Ängste geschürt werden. Die Stadt Mainz ist allerdings im Zusammenhang mit dem zu erwartenden Fluglärm sehr aktiv und engagiert, wobei der Fokus nicht auf Ebersheim liegt.
Die Initiativen der Stadt Mainz und der Gemeinden um Ebersheim herum zeigen deutlich, dass nicht nur der vorhandene, sondern auch der zu erwartende Fluglärm viele Menschen beschäftigt und mit Sorgen erfüllt. Je näher der durch den zu Winterflugplan 2011 zu erwartenden Fluglärm rückt, desto wahrscheinlicher werden sich vielleicht auch die Ebersheimer Bürgerinnen und Bürger des Themas annehmen. Wenn es dann aber mal nicht zu spät ist!
